Stress durch Perfektionismus! Fünf gerade sein lassen oder doch 120 Prozent.

Ich knüpfe an den letzten Blogartikel an, der begann mit Folgendem:

Stress ist ein extrem häufig genutztes Wort und umschreibt einen Zustand, der die unterschiedlichsten Ursachen haben kann. Wir benutzen das Wort Stress zum Beispiel, wenn wir uns den Anforderungen von außen oder innen nicht mehr gewachsen fühlen.

  • Wir müssen mehr Aufgaben erledigen und haben nicht ausreichend Zeit zur Verfügung.
  • Wir hängen die Erwartung an uns selbst zu hoch und sind dann enttäuscht, wenn wir Qualität und/oder Zeit nicht einhalten oder wir beginnen erst gar nicht.
  • Wir müssen Aufgaben erledigen, denen wir uns in diesem Moment nicht gewachsen fühlen.
  • Wir müssen etwas tun, das uns „gegen den Strich“ geht.
  • Der Umgang mit uns ist nicht wertschätzend, möglicherweise sogar ausgesprochen unfreundlich.
  • Oder, oder, oder…

In dem Artikel hatte ich versprochen, alle Punkte aufzugreifen und so sind wir heute bei:

„Wir hängen die Erwartung an uns selbst zu hoch und sind dann enttäuscht, wenn wir Qualität und/oder Zeit nicht einhalten oder wir beginnen erst gar nicht.“

Warum wollen wir eigentlich bei jeder Aufgabe 120 Prozent geben?

Hierfür sind ganz unterschiedliche Hintergründe verantwortlich (In meinem Powercoaching: „Irgendetwas hält Dich fest?“, gehen wir auch diesem Phänomen auf die Spur). Eine Trennung der Aufgaben hilft im Alltag aber schon, denn nicht jede Aufgabe ist eine 120-Prozent-Aufgabe.

Es gibt Aufgaben, in die ich meine ganze Persönlichkeit hineinlege und die führe ich 120 prozentig aus, aber nicht alle. Die meisten Aufgaben sind zwar wichtig, aber es sind Alltagsaufgaben, die vor einem gewissen Zeithorizont zu erledigen sind. Diese Aufgaben führe ich nach dem Paretoprinzip aus.

Das Prinzip hat seinen Ursprung in einer Untersuchung von Vilfredo Pareto, in der es um die Verteilung des Grundbesitzes in Italien ging. Er fand heraus, dass circa 20 Prozent der Bevölkerung 80 Prozent des Bodens besitzen. Später fand man heraus, dass 20 Prozent der Bevölkerung 82,7 Prozent des Weltvermögens besitzen (Wikipedia).

Daraus leitet sich das Paretoprinzip ab. Für 80 Prozent der Aufgabe benötige ich 20 Prozent der Zeit und für die restlichen 20 Prozent der Aufgabe 80 Prozent der Zeit. Wenn man sich das einmal auf der Zunge zergehen lässt, ist das schon ein ziemlicher Hammer.

Also frage Dich vor der Abarbeitung einer Aufgabe immer, wie viel Prozent es braucht, um den Kern der Aufgabe zu erledigen. Genauer gesagt, was willst Du mit der Erledigung dieser Aufgabe erreichen, mit wieviel Prozent ist das geschafft und was ist dann „Schmuck am Nachthemd“, den Du genauso gut weglassen kannst.

Das Weglassen birgt natürlich eine gewisse Herausforderung und wie alles, was wir verändern, gehört eine gewisse Übung dazu, bis es sich nicht mehr merkwürdig anfühlt.

Probiere es aus und schreibe mir in den Kommentar, wie es sich am Anfang und nach einer gewissen Zeit angefühlt hat.

Viel Spaß bei allem was Du tust!

Deine Kirsten

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